Carolin Kluge im Gespräch
Liebe Carolin, seit August 2012 bist Du bei FROMMER LEGAL. Zu den neuen Hasen gehörst Du also nicht mehr ;-) Zu Beginn deiner Karriere haben wir Dich hauptsächlich in Robe erlebt. Erzähl uns doch von damals: Wie sah Deine Arbeit aus?
Zu Beginn stand vor allem die gerichtliche Vertretung unserer Mandanten im Mittelpunkt meiner Arbeit. Begonnen habe als "ganz normale" Rechtsanwältin in einer noch im Wachstum befindlichen Abteilung Litigation. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass ich rechtliche Problemstellungen gerne auch aus der Vogelperspektive betrachte. Mich hat besonders interessiert, wie wir Arbeitsprozesse sinnvoll gestalten, unsere Teams entlasten und sicherstellen können, dass jeder dort eingesetzt wird, wo seine Expertise wirklich gebraucht wird. Mit der Zeit habe ich deshalb zunehmend innovative Konzepte Grundsatzkonzepte entwickelt und besondere Klageverfahren wie Berufungen, Revisionen und Verfahren vor dem EuGH begleitet. Zuletzt kam dann noch die Leitung eines Litigation-Teams hinzu.
Diese Verbindung aus anwaltlicher Praxis, strategischer Konzeption und operativer Umsetzung prägt meine Arbeit bis heute. Sie hilft mir, rechtliche Themen nicht nur juristisch, sondern auch unter strategischen und organisatorischen Gesichtspunkten zu bewerten.
Du hast gerade Deine heutige Aufgabe angesprochen. Was machst Du heute als Business & Strategy Lead bei FROMMER LEGAL? Und wie viel hast Du noch mit klassischer Anwaltsarbeit zu tun?
Meine Aufgabe verbindet strategische Konzeption, Mandantenverständnis und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Im Mittelpunkt steht hier die Überlegung, welche Herausforderungen unsere Mandanten haben, wo wir sie besonders gut unterstützen können und wie wir unsere Leistungen dafür sinnvoll weiterentwickeln.
Unsere Mandanten kommen aus sehr unterschiedlichen Industrien. Deshalb gibt es auch nicht die eine Standardlösung, die für alle passt. Wir müssen jedes Geschäftsmodell, jede Branche und jede konkrete Situation umfassend verstehen. Mich reizt hier besonders, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen echte Innovation zu leben und Lösungen zu entwickeln, die fachlich präzise sind und gleichzeitig zur tatsächlichen Situation des Mandanten passen.
Mit klassischer Anwaltsarbeit habe ich heute vor allem dort zu tun, wo es um die rechtliche Einordnung und die strategische Bewertung neuer Themen geht. Meine Rolle ist also weniger die einer klassischen Prozessanwältin, sondern die einer Juristin, die ihre Erfahrung nutzt, um neue Themen strukturiert zu bewerten und für die Kanzlei weiterzuentwickeln.
Es geht darum, die richtige Verbindung zwischen der konkreten Herausforderung eines Unternehmens und den Fähigkeiten unserer Kanzlei herzustellen - das schafft Vertrauen. Dafür braucht es juristisches Verständnis, strategischen Weitblick und ein gutes Gespür für die Situation des Gegenübers.
Vom 05.10.2026